Geschlechter- und Familienpolitiken 2020
Forderungen an die Bundespolitik

Bundesforum Männer - "Blockflöten 2.0"

Verschiedene geschlechterpolitische Verbände und Initiativen fordern einen Neustart für die geschlechterpolitische Vertretung der Bedürfnisse von Jungen, Männern und Vätern in Deutschland. Das dafür im Jahr 2010 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gegründete „Bundesforum Männer“ hat die in es gesetzten Erwartungen nicht erfüllt. Es erfüllt vielmehr eine Alibifunktion im Sinne der als „Blockflöten“ bezeichneten Scheinparteien in der ehemaligen DDR.

In Offenen Briefen an den Familienausschuss des Dt. Bundestages und an Bundesministerin Manuela Schwesig sprechen die Verbände die inhaltlichen Defizite des Bundesforums Männer kritisch an. Wichtige Anliegen von Jungen, Männern und Vätern würden vom Bundesforum Männer ignoriert, so u.a. die rechtliche Gleichstellung von Müttern und Vätern nach Auflösung der Paarbeziehung, u.a. eingefordert durch die einstimmige Resolution des Europarats vom Herbst 2015.

Das Bundesforum Männer, vom Bundesfrauenministerium (Selbstbezeichnung) jährlich mit einem Budget in Höhe von 500.000 € alimentiert, zitiert reflexhaft Forderungen des Dt. Frauenrats und anderer Frauenverbände. Es hat bei Geschlechter-politisch Interessierten seine Glaubwürdigkeit verloren und wird mittlerweile wahrgenommen als Konstrukt, um die Bedürfnisse von Jungen, Männern und Vätern unsichtbar zu machen.

Zu dieser strukturellen Krise gesellt sich die Führungs- und Glaubwürdigkeitskrise des Vorstandsvorsitzenden Martin Rosowski. Rosowskis gezielte verbale Angriffe und Desavouierungen anlässlich eines Kongresses über die Bedürfnisse von Jungen, Männern und Vätern im November 2015 sind Gegenstand von 14 Strafanzeigen gegen ihn und einer Beschwerde beim zuständigen Bundesministerium. Der Familienausschuss des Dt. Bundestages ist mit dem Vorgang befasst.

Die Verbände und Initiativen fordern die Neugründung eines alternativen und authentischen Verbandes, der bereit ist, die Interessen von Jungen, Männern und Vätern zu kommunizieren. Als ersten Schritt dazu sehen sie die Einberufung eines offenen und pluralistisch ausgerichteten „Runden Tisches“, der bisher unberücksichtigte Nichtregierungsorganisationen und Akteure zum demokratischen Austausch einlädt.


Offener Brief - Familienausschuss Dt. Bundestag v. 13.03.2016
Offener Brief - Familienausschuss - Bundesforum Männer - 29.03.2016.pdf (757.08KB)
Offener Brief - Familienausschuss Dt. Bundestag v. 13.03.2016
Offener Brief - Familienausschuss - Bundesforum Männer - 29.03.2016.pdf (757.08KB)
Offener Brief BMFSFJ v. 13.03.2016
Offener Brief - BMFSFJ - Bundesforum Männer - 13.03.2016.pdf (724.34KB)
Offener Brief BMFSFJ v. 13.03.2016
Offener Brief - BMFSFJ - Bundesforum Männer - 13.03.2016.pdf (724.34KB)